Osteoporose - eine Volkskrankheit
Erst seit ca. 20 bis 30 Jahren beschäftigt sich die Wissenschaft intensiver mit dem Knochenstoffwechsel und seiner häufigsten Erkrankung, der Osteoporose.
Rund 80 Prozent der Erkrankten sind Frauen, und das Risiko an einer Osteoporose zu erkranken, nimmt mit dem Alter zu. Ungefähr 25 bis 30 Prozent aller Frauen haben nach dem 60. Lebensjahr eine Osteoporose. Die typische Folge ist der gefürchtete Oberschenkelhalsbruch, der bei dieser Altersgruppe zusätzlich eine erhebliche Einschränkung bedeutet. Diese Patienten sind oftmals auf Fremdhilfe angewiesen oder pflegebedürftig.
Knochen stehen im allgemeinen für Stabilität, Unveränderlichkeit und Festigkeit. In Wirklichkeit befindet sich der gesunde Knochen in ständiger Umbauaktivität durch den Knochenauf- und –abbau. Zum Erhalt der Knochenmasse ist es daher wichtig, dass langfristig ein Gleichgewicht zwischen Knochenaufbau (Osteoblastenaktivität) und Knochenabbau (Osteoklastenaktivität) besteht.
Die speziellen Auf- und Abbauprodukte PINP/ICTP des Typ I-Kollagen im Blut stammen hauptsächlich vom Knochenmetabolismus. Die übliche Vorstellung des Knochens konzentriert sich nur auf den Kalziumstoffwechsel und neigt dazu, die Tatsache außer Acht zu lassen, dass sich mehr als die Hälfte des körpereigenen Kollagens in den Knochen befindet. Häufig liegt bei einer Osteoporose ein Ungleichgewicht zwischen Knochenaufbau und –abbau vor, das zu einem beschleunigten Knochenmasseverlust führt. Die Knochendichtemessung (Osteodensitometrie) erfasst zwar das Resultat dieser Störung ("niedrige Knochendichte"), gibt aber keinen Hinweis auf die zugrundeliegende Stoffwechselstörung.
Laboruntersuchungen, die Rückschlüsse auf die Aktivität und Balance des Knochenstoffwechsels erlauben, gewinnen in der klinischen Praxis zunehmend an Bedeutung und sollten routinemäßig eingesetzt werden.

