TATI - ein Tumormarker für das Ovarial- und Nierenkarzinom
Für die klinische Onkologie ist das Ovarialkarzinom aufgrund stetig zunehmender Häufigkeit und des schlechten therapeutischen Verlaufs zu einer Herausforderung geworden. Ungefähr 70 Prozent dieser Karzinome sind seriöse, epitheliale, nicht schleimbildende Tumore.
CA-125 ist der zumeist benutzte diagnostische Test um diesen Typ des Ovarialkarzinoms zu bestimmen.
Veränderungen von TATI (Tumor-assoziiertem Trypsin Inhibitor) Konzentrationen im Serum und Urin reflektieren meistens die Entwicklung verschiedener Tumore. TATI ist ein 6kD Peptid, welches ursprünglich im Urin von Patientinnen mit einem Ovarialkarzinom identifiziert wurde. Sehr hohe TATI Werte sind meistens mit einem progressiven Krankheitsverlauf assoziiert und wurden unter anderem auch in der Zystenflüssigkeit des Ovarialkarzinoms gefunden.
Zum Nachweis der zystischen, muzinösen Form dieser Tumorerkrankung ist CA-125, warum auch immer, weniger empfindlich. TATI hat aber die Eigenschaft für diese Tumorform eine hohe Sensitivität zu besitzen, da die Zystenflüssigkeit sehr hohe Konzentrationen von TATI enthält.
Erhöhte TATI Werte findet man bei ca. 50 Prozent der Stage I Erkrankungen und bei ca. 80 - 90 Prozent der Stage IV Patientinnen. Obwohl man weniger oft erhöhte TATI Werte bei Patienten mit der epithelialen Tumorform findet, konnte man nachweisen, dass die Patienten mit hohen TATI Ergebnissen eine schlechte Prognose hinsichtlich des Krankheitsverlaufs aufzeigten. Bei diesem Klientel ist TATI ein Marker für das Anzeigen einer schlechten Prognose.
TATI ist bei der Diagnose eines Ovarialkarzinoms ein wertvoller und komplementärer Marker zum CA-125. In Fällen von schlecht differenzierten und muzinösen Karzinomen hat der TATI Test jedoch eine höhere Sensitivität als die CA-125 Bestimmung. Mit der Kombination von TATI und CA-125 bei dieser Tumorform erhält man annähernd eine Sensitivität von 100 Prozent.

