Knochenmetastasen
Unkontrollierte Zellvermehrungen machen viele bösartige, solide Krebserkrankungen gefährlich, da die Tumorzellen oftmals die anatomischen Grenzen verlassen und im Körper Tochtergeschwulste (Metastasen) bilden. Die Tumorzellen können über den Blut- und Lymphstrom verbreitet werden.
Welche Bedeutung haben Knochenmetastasen?
Bei einer Tumorerkrankung ist das Vorhandensein oder das Fehlen von Metastasen ein Faktor für die Beurteilung des Verlaufs der Erkrankung. Relativ häufig siedeln sich die Tumorzellen im Knochen als Knochenmetastasen an. Besonders Brust-, Prostata-, Lungenkrebs und das multiple Myelom (Plasmozytom) bilden vorwiegend Knochenmeta- stasen. Tumorzellen geben Substanzen ab, die das Gleichgewicht zwischen Knochenauf- und –abbau erheblich verändern und den Knochen zerstören. Der Knochenstoffwechsel bei Krebspatienten unterscheidet sich charakteristisch von dem bei Gesunden, da spezielle Abbauprodukte wie u.a. das ICTP gebildet werden, die man im Blut sehr früh nachweisen kann. Knochenmetastasen verursachen erhebliche Beschwerden und führen durch den Knochenabbau zu einem erhöhtem Risiko für Knochenbrüche.
Warum Früherkennung und Behandlung wichtig sind
Berichten zufolge konnten in Routineuntersuchun- gen bei jeder zweiten Frau
mit Brustkrebs in Japan Knochenmetastasen festgestellt werden. In einem
japanischen Krebskrankenhaus durchgeführte Untersuchungen offenbarten bei
Brustkrebs- patientinnen eine Knochenmetastasierung von mehr als 70 Prozent.
Literaturangaben zufolge beträgt auch mehr als fünf Jahre nach einer
Brustoperation die Inzidenz von Knochenmetastasen jährlich drei bis vier
Prozent. Folglich bedürfen Patienten mit Brustkrebs nach Behandlung einer
über einen längeren Zeitraum andauernden Nachsorgeunter- suchung. Diese
Befunde lassen die Verlaufskontrolle von Brustkrebs als ebenso wichtig wie
die Früherkennung und Behandlung erscheinen.

