Blasenkrebs
Jedes Jahr erkranken ca. 28.750 Menschen in Deutschland an Harnblasenkrebs * - Tendenz steigend. Männer (21.410) sind knapp dreimal so häufig betroffen wie Frauen (7.340). Blasenkrebs ist eine Erkrankung des höheren Lebensalters. Das Erkrankungsrisiko steigt ab dem 40sten Lebensjahr mit zunehmendem Alter. Risikofaktoren sind u. a. bestimmte Chemikalien sowie das Rauchen.
Blasenkrebs geht fast immer von der Schleimhaut aus, welche die Harnblase innen ausgekleidet. Die Behandlung richtet sich daher in erster Linie danach, wie tief der Tumor in die Blasenwand eingedrungen ist, und ob sich bereits Metastasen in den nächstgelegenen Lymphknoten oder in anderen Körperbereichen gebildet haben.
Als oberflächliche Harnblasenkarzinome werden solche Tumoren bezeichnet, die noch nicht über die Schleimhautschicht hinaus in die Tiefe gewachsen sind. Diese Tumoren wachsen entweder fingerförmig (papillär) in den Blasenraum hinein, oder sie breiten sich flächig aus. Etwa 70 bis 80 Prozent der Patienten haben zum Zeitpunkt der Diagnose ein oberflächliches Harnblasenkarzinom. Die Erkrankung kann lange Zeit unbemerkt verlaufen.
* Quelle: "Krebs in Deutschland" GEKID - Gesellschaft der epidemologischen Krebsregister in Deutschland e.V. in Zusammenarbeit mit dem Robert-Koch-Institut, 6. überarbeitete Auflage 2008
Warum ist die Früherkennung so wichtig?
Wenn er früh erkannt wird, ist Blasenkrebs relativ gut behandelbar. Jedoch haben annähernd 30 Prozent der Blasenkrebspatienten bei Diagnosestellung bereits einen invasiven Tumor und daher eine ungünstige Prognose: ein Indiz für die Bedeutung der Früherkennung speziell bei Personen innerhalb der sogenannten Risikogruppen. Oftmals muss hierbei die Blase entfernt werden, was unter anderem mit einer stark verminderten Lebensqualität einhergeht.
Häufige Symptome von Blasenkrebs sind
- Blut im Urin
- Schmerzen beim Wasserlassen
- Häufiges Wasserlassen oder Harndrang, bei dem kein Harn ausgeschieden wird
Diese Symptome können auch durch Infektionen, Blasensteine oder andere Erkrankungen hervorgerufen werden.
Wie wird Blasenkrebs erkannt?
Eine genaue Diagnose kann nur der Urologe als Facharzt stellen. Ein Besuch beim Arzt ist unerlässlich, weil damit die Erkrankung so früh wie möglich diagnostiziert und behandelt werden kann. Die wichtigste Untersuchung ist die Blasenspiegelung (Zystoskopie). Über eine Optik kann das Innere der Harnblase eingesehen werden und der Tumor, wenn er klein genug ist, entfernt werden.
Blasentumormarker als Ergänzung zur Zystoskopie
Zur Früherkennung eines oberflächlich wachsenden Tumors (G1-gut differenzierte Tumorzellen) ist die Treffsicherheit der Urinzytologie nicht besonders hoch. Sie liegt bei ca. 15 bis 30 Prozent. Zur Unterstützung und Komplementierung der Zystoskopie eignet sich der NMP22 Blasentumormarker. Die Bestimmung wird im Urin durchgeführt. Der Test hat eine Sensitivität von ca. 70 bis 80 Prozent und erlaubt somit eine bessere Früherkennung und Verlaufskontrolle. Eine qualifizierte Früherkennungsuntersuchung hilft Ihnen größtmögliche Sicherheit zu schaffen. Die Vorsorgeuntersuchung wird in der fachärztlichen Praxis durchgeführt.

